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"Klein, aber fein!"
Wenn dieses Sprichwort auf etwas zutrifft, dann auf die Josefstadt, Wiens kleinsten Bezirk mit umso mehr Charme und Charakter. Schöne, gepflegte Häuser, ein vielschichtiges Kulturleben und natürlich die Beiselszene, die Kaffeehäuser und Restaurants machen die Josefstadt zum wahrscheinlich charmantesten Bezirk Wiens.
Die Atmosphäre um die kleinen Plätze, die stillen Gässchen, die zahlreichen grünen Innenhöfe und die Palais Auersperg, Schönbrunn, Strozzi, etc... ist einzigartig. Theater, wie das weltberühmte Haus, dem der Bezirk seinen Namen gab und z.B. die Piaristenkirche runden das Flair des Bezirkes ab.
Das Wiener Biedermeier
Die Biedermeierkultur ermutigte die Mittelklasse, sich ästhetischen Interessen zuzuwenden, denen sich früher mehr der Adel hingegeben hatte. Die Bourgeoise flüchtete von der Politik in künstlerische Betätigungen, an denen die Familie teilhabe konnte, wie etwa das Abfassen von Versen, Malen und Hausmusik.
Beim "Wiener Kongress" 1814/1815 wird nach der Entmachtung Napoleons von den Grossmächten Europas versucht, das Gleichgewicht zwischen den Ländern wiederherzustellen. Die "Heilige Allianz" zwischen Österreich, Preussen und Russland wird gegründet. Sie richtet sich sowohl gegen die nationalen Bestrebungen der einzelnen Völker wie auch gegen die Emanzipation des immer stärker und reicher werdenden Bürgertums, um liberales und demokratisches Gedankengut zu unterbinden.
Es kommt zur Epoche des "Vormärz", dem Polizei- und Zensurstaat Metternichs, dem die Bürger durch den Rückzug ins eigene Heim durch die Beschäftgung mit den "schönen Künsten" zu entfliehen versuchen.
In der wirtschaftlichen Entwicklung behindert, wenden sich die Bürger den schönen Künsten so intensiv zu wie noch nie zuvor. In dieser Zeit des Polizeistaates und der völligen Überwachung entwickelt sich eine Kulturelle Blüte, die sich in allen Lebensbereichen wiederspiegelt.
Die Malerei ist das Liebkind des Biedermeier und in den Darstellungen sind der Rückzug und die Konzentration der Menschen auf die eigenen vier Wände sehr gut veranschaulicht, unter anderen auch von den Malern Dannhauser, Waldmüller, Von Amerling, Spitzweg und von Alt.
Auch in der Architektur hinterläßt der Biedermeier seine Spuren, z.B. durch die Werke von Josef Kornhäusl. Die Wiener Mode setzt sich im Biedermeier sogar gegen die englischen und französischen Stile durch und wird zur Zeit des Wiener Kongresses von der ganzen Welt getragen.
Besonders beliebt sind neben den unzähligen Tanzgelegenheiten auf Bällen und Festen, neben den vielen Heurigen auch die Kaffeehäuser (1837 soll es 80 Kaffeehäuser gegeben haben).
Das Theater entfaltet im Biedermeier eine bemerkenswerte Vielfalt und Lebendigkeit. Johann Nestroy und Ferdinand Raimund bringen das Volksstück zur Vollendung.
Johann Nestroy über die Bälle: Das es Leut´ gibt, die auf ein´ Ball gehen, das find´ ich begreiflich, aber daß es Leut´ gibt, die einen Ball geben, das ist was, was mir ewig ein Rätsel bleibt.
Viele Vorstadttheater entstehen oder erweitern ihren Publikumskreis. Bühnendichter haben Saison, doch Künstler wie Franz Grillparzer leiden unter der strengen Zensur.
Natürlich findet auch die Musik im Biedermeier ihren Höhepunkt.
Ludwig van Beethoven wird vom Wiener Adel gepriesen und unterstützt, Franz Schubert allerdings, der typische Komponist des Wiener Biedermeiers, bleibt zeitlebens ein "armer" Künstler.
Der Wiener Walzer wird geboren und findet sowohl bei Hof als auch in der Vorstadt großen Anklang.
Besonders Charakteristisch für diese Zeit sind die Biedermeier-Salons, wo die neue bürgerliche Oberschicht mit den alten Adels- und Beamtenkreisen zusammentrifft.
Man genießt hier Kunst und Kultur und politisiert.
Die Salons werden vor der Revolution 1848 zu den Versammlungsorten des liberalen Bürgertums.
Biedermeier - Epoche der Vergnügungslust und Häuslichkeit, der Darstellung von idyllischer Lebensweise und der wachsenden politischen Unruhe.
Das Hotel Graf Stadion wurde 1824/25 im Biedermeierstil erbaut.










